Aktuelles
Start in die Motorrad-Saison - aber sicher!
31.03.2008 13:56:00
"No risk - but fun": Die Polizei gibt Tipps zur Sicherheit
"Gerade der Saisonbeginn birgt erhebliche Gefahren" weiß Manfred Schweizer, Präsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen. "Deswegen gilt es, sich zunächst wieder an das Fahrverhalten der Maschine zu gewöhnen und sich langsam dem Fahrvermögen der vergangenen Saison anzunähern. Je weniger Zeit dieser Trainingsphase gewidmet wird, umso höher ist die Unfallwahrscheinlichkeit", so Schweizer weiter. Daher rät die Polizei jedem Motorradfahrer dringend zu einer sorgfältigen Vorbereitung auf die anstehende Saison.
Das betrifft auch den technischen Zustand des Zweirades. Mehr noch als bei Autos, hängen Gesundheit und Leben unmittelbar von der einwandfreien Funktion von Reifen, Bremsen, Fahrwerk und Motor ab. Die Polizei empfiehlt allen Motorradfahrern, die über Winter nicht gefahren sind, kleinere Übungseinheiten, um sich wieder an den Spaß bringenden Fahrstil des letzten Jahres heranzutasten. Ideal ist die Teilnahme an einem Sicherheitstraining. Natürlich ist auch eine gute Schutzausstattung mit einem den Richtlinien entsprechenden Helm, geeigneten Stiefeln und Handschuhen sowie einem Anzug mit Protektoren unverzichtbar.
"Auch müssen sich die Autofahrer erst wieder auf die Motorräder einstellen", sagt Polizeipräsident Manfred Schweizer. "Gerade die schmale Silhouette und die enormen Beschleunigungswerte eines Motorrades sind erhebliche Risikofaktoren", fügt Schweizer an. Autofahrer müssen damit rechnen, von Zweirädern an Stellen überholt zu werden, an denen man aufgrund der geringeren Beschleunigung mit einem Auto nicht überholen kann. Gerade auch beim Abbiegen oder beim Einbiegen auf eine Vorfahrtsstraße ist für Pkw-Fahrer besondere Vorsicht geboten. Wie aus dem "Nichts" tauchen plötzlich Kradfahrer auf. Daher verwundert es kaum, dass gerade Fehler beim Abbiegen und Missachtung der Vorfahrt immer wieder zu den Ursachen bei Zusammenstößen zwischen Autos und Motorrädern zählen.
Im Jahr 2007 verzeichnete das Polizeipräsidium Mittelhessen im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von über 25% bei den Verkehrsunfällen, an denen Kradfahrer beteiligt waren. Die Zahl der dabei verletzten Personen stieg von 263 auf 379. Die Zahl der Schwerverletzten nahm um rund 30% und die Zahl der Leichtverletzten sogar um über 50% zu. Erfreulich nur, dass im Vergleich zum Vorjahr weniger tote Motorradfahrer zu beklagen waren. Diese Zahl sank von 9 Toten im Jahr 2006 auf 6 Tote im Jahr 2007. "Diese Zahlen geben Anlass, unsere intensiven Bemühungen um die Belange der Verkehrssicherheit zu forcieren. Wir werden mit präventiven Projekten - wie zum Beispiel "verkehrssicher-in-mittelhessen" - aber auch durch qualifizierte Zweiradkontrollen unseren Beitrag dazu leisten, mittelhessische Straßen sicherer zu machen", so Schweizer abschließend.
In diesem Zusammenhang weist die Polizei auf eine Veranstaltung am 12.04. und 13.04.2008 am "Bikerhaus" hin. Die bei Bikern beliebte Gaststätte an der B 276 zwischen Laubach und Schotten wird an diesem Wochenende wieder Treffpunkt zahlreicher Motorradfreunde werden. Unter anderem wird der Regionale Verkehrsdienst Gießen Einblicke in seine polizeiliche Arbeit gewähren. Interessierte können sich die verschiedenen Geschwindigkeitsmessgeräte anschauen und auch selbst Messungen durchführen. Zudem erhalten die Besucher wertvolle Tipps zum sicheren Fahren. Der "direkte Draht" zu den Ordnungshütern trägt dazu bei, Verständnis für ein verkehrsgerechtes Verhalten zu entwickeln. Gerade auch die jeweilige Präsentation aktueller Unfallstatistiken und Unfallbilder bleibt den Bikern im Gedächtnis und regt zu einem tiefen Reflektieren des eigenen Fahrstils an.
