Schlagzeilen aus Herborn
Rumänische "Spendensammler" unterwegs
18.07.2008
Eschenburg, Haiger, Wetzlar, Hohenahr. Nach einer sofort
eingeleiteten Fahndung wegen Verdachts eines Wechselfallenbetrugs
konnte die Polizei gestern zwei Fahrzeuge auf dem Autobahnparkplatz
(Borbelholz, A 45, Fahrtrichtung Dortmund) anhalten und die insgesamt
acht Insassen kontrollieren. Später konnten die sechs Männer und zwei
Frauen rumänischer Staatsangehörigkeit, im Alter von 20 - 56 Jahren,
wieder entlassen werden. Gegen 17.00 Uhr hatte eine Geschäftsfrau aus
Eschenburg-Eibelshausen die Polizei informiert. Sie teilte
telefonisch mit, dass kurz zuvor ein junger Mann ihren Laden betreten
hatte. Er wollte mehrere 5-Euro-Scheine gewechselt haben. Da sie
vermutete, es könnte sich um Wechselfallenbetrüger handeln, ging sie
auf die Bitte nicht ein. Der Mann verließ den Laden und stieg in
einen der beiden wartenden Pkws ein. Die Frau verständigte die
Polizei. Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung entdeckten die
Beamten beide Autos gegen 17.15 Uhr auf der B 277 in Fahrtrichtung
Autobahn. Nachdem beide Fahrzeuge in Richtung Norden auf die A 45
aufgefahren waren, konnten sie auf dem Parkplatz "Borbelholz" durch
mittlerweile hinzugezogene Polizeistreifen angehalten und
kontrolliert werden. Alle acht Personen waren bislang polizeilich
noch nicht in Erscheinung getreten. In den Pkws fanden die Beamten
unter anderem rund 500 Euro Bargeld in "kleinen" Scheinen.
Überwiegend 5-Euro-Scheine und 10-Euro-Scheine. Außerdem hatten die
Personen verschiedene Zettel mit unterschiedlichen Fotografien und
Aufschriften in den Fahrzeugen versteckt. Auf einem der Zettel war
ein Kind im Rollstuhl abgebildet. Andere enthielten Hinweise auf
kranke Kinder und Familien.
Die Polizei hat den Verdacht, dass diese Vorlagen zur Sammlung von
Spenden benutzt werden.
Hierbei gehen die Sammler oftmals von Haus zu Haus und bitten unter
Vorlage des Zettels um etwas Bargeld. Nach den bisherigen
Erkenntnissen gehen derartige Sammler organisiert vor. Sie werden von
einem Helfer in einem Ort abgesetzt und "arbeiten" diesen durch.
Abends werden sie wieder abgeholt, müssen die gesammelten Gelder
abgeben und verbringen die Nacht in angemieteten Unterkünften. Am
nächsten Tag wiederholt sich der Ablauf an einer anderen Örtlichkeit.
Zuletzt wurden solche Tätigkeiten in Wetzlar, Hohenahr und Haiger
beobachtet.
Die Polizei rät in diesem Zusammenhang: "Bevor Sie sich zu einer Spende entscheiden, lassen Sie sich die erforderliche behördliche Erlaubnis zur Sammlung von Spenden zeigen. Können die Sammler diese nicht vorweisen, liegt der Verdacht nahe, dass hinter den "Bettlern" unseriöse Geschäftemacher stecken.
Die Polizei rät in diesem Zusammenhang: "Bevor Sie sich zu einer Spende entscheiden, lassen Sie sich die erforderliche behördliche Erlaubnis zur Sammlung von Spenden zeigen. Können die Sammler diese nicht vorweisen, liegt der Verdacht nahe, dass hinter den "Bettlern" unseriöse Geschäftemacher stecken.
